Shilouetten von Menschen vor dem Hintergrund von Hitzelinien, die den Klimawandel symbolisieren.

Hamburg, 15. März 2050

Das Bundesamt für Erdwerdung kündigt die Eröffnung des neuen staatlichen Erdwerdungszentrums für Hamburg Nord zum 1. Juli 2050 an. Die Einrichtung ist Teil des bundesweiten Netzwerks klimaneutraler Bestattungsdienste und wird die zwölfte ihrer Art in Norddeutschland sein. In dem Zentrum werden Verstorbene innerhalb von 30 Tagen durch den Prozess der Natürlichen Organischen Reduktion (NOR) in nährstoffreichen Boden umgewandelt. Dazu werden sie in speziellen Gefäßen, umgeben von pflanzlichen Materialien aufgebahrt.  Mikroorganismen ermöglichen dann eine würdevolle Transformation bei einer Temperatur von über 55°C.

Das Hamburger Erdwerdungszentrum wird über 120 Transformationsgefäße verfügen und kann jährlich bis zu 1440 Verstorbene aufnehmen. Angehörige haben die Wahl, einen Teil des entstandenen Bodens für eigene Pflanzungen zu verwenden oder ihn dem Hamburger Stadtbegrünungsprogramm zu spenden.

„Mit jedem Erdwerdungszentrum leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Bodengesundheit, Kohlenstoffbindung und städtischen Klimaresilienz“, erklärt Dr. Marion Schneider, Leiterin des Bundesamtes für Erdwerdung.

Zum Bundesamt für Erdwerdung

Das Erdwerdungszentrum ist dem 2045 gegründeten Bundesamt für Erdwerdung unterstellt, das zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft gehört. Seit der gesetzlichen Verankerung der Natürlichen Organischen Reduktion im Bestattungsgesetz von 2040 hat das Bundesamt systematisch ein flächendeckendes Netzwerk von Erdwerdungszentren aufgebaut, um allen Bürgerinnen und Bürgern diese klimaschonende Alternative zu traditionellen Bestattungsformen zugänglich zu machen.

Informationsveranstaltungen und Vorabbesichtigungen werden ab Mai 2050 angeboten

In einer Zeit zunehmender Klimakrisen und Bodendegradation könnte eine alternative Bestattungsmethode bis 2050 zur neuen Normalität werden: die Natürliche Organische Reduktion (NOR) oder „Erdwerdung“. Diese Methode transformiert menschliche Überreste in nährstoffreichen Boden und könnte von einer Nischenoption zu einer staatlich organisierten Standardpraxis aufsteigen. Bei diesem Prozess wird der Körper in einer kontrollierten Umgebung mit organischen Materialien umgeben. Mikroorganismen erhöhen die Temperatur auf über 55°C, wodurch innerhalb von etwa 30 Tagen eine vollständige Umwandlung in fruchtbaren Boden stattfindet.

Traditionelle Erdbestattungen verbrauchen wertvolle Ressourcen und Flächen. Beispielsweise setzt eine Kremation durchschnittlich 190 kg CO2 frei – vergleichbar mit einer 1700 km langen Autofahrt. Eine Bestattung hingegen nimmt wertvollen Platz in Anspruch. Im Gegensatz dazu kann die Erdwerdung pro Person etwa eine Tonne CO2-Emissionen einsparen und bindet aktiv Kohlenstoff im Boden. Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer Vorteile, die in der Klimakollabierten Welt überlebenswichtig sind: Der durch Erdwerdung geschaffene Boden speichert mehr Wasser, fördert mikrobielle Vielfalt und erhöht die Widerstandsfähigkeit gegen Dürren. In Verbindung mit urbanen Grünflächen könnte er das Stadtklima verbessern und zu einem kulturellen Wandel führen, in dem der Tod als Teil eines natürlichen Regenerationsprozesses verstanden wird.

Zur „Natürliche Organische Reduktion“ (NOR) oder „Erdwerdung

Eine Kremation setzt durchschnittlich 190 kg CO2 frei

Firma in USA, die diesen Service bereits anbietet

Der durch Erdwerdung geschaffene Boden speichert mehr Wasser